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Blasenstrauch und Gemeiner Goldregen
Blasenstrauch und Gemeiner Goldregen gehören beide zur Familie der Schmetterlingsblütengewächse und sind eng miteinander verwandt. Ihre Heimat ist Südeuropa und das südliche Mitteleuropa, bei uns sind sie aufgrund ihrer leuchtend gelben Blüten beliebte Ziersträucher.
Der Blasenstrauch - Colutea arborescens, volkstümlich auch Linsenbaum genannt, ist der weniger giftige Vertreter beider Arten. Er wird ca. 2,5 bis 5m hoch und seine gelben Blüten haben eine rotbraune Zeichnung. Seine Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Blätter des Blasenstrauches wurden früher oft als Ersatz für Sennesblätter in Abführtees verwendet, daher der Name falsche Senne. Ihre abführende Wirkung ist jedoch gering ausgeprägt. Sehr auffallend sind die Früchte. Es sind 6-8cm lange stark aufgeblasene Hülsen, die im Inneren die giftigen Samen enthalten. Die Giftwirkung der Samen beruht vorwiegend auf noch unbekannten Bitterstoffen, welche nach Aufnahme Magen-Darm-Entzündungen und Erbrechen hervorrufen. Zum Glück kommt es hier selten zu schweren Vergiftungen, zum einen weil die Samen einen unangenehmen bitteren Geschmack besitzen zum anderen weil sie brechreizerregend wirken. Damit veranlassen sie den Körper dazu, rechtzeitig das Gift auszuscheiden, bevor größere Mengen in die Blutbahn gelangen.
Nicht so jedoch beim Goldregen - Laburnum anagyroides. Hier kommt es immer wieder zu Vergiftungserscheinungen bei Kindern, denn schon zwei Samen können gefährlich werden. Die Gefahr geht allerdings nicht nur von den Samen aus. Das Gift, hier die Aminosäure Cytisin und Chinolizidinalkaloide, befinden sich in der gesamten Pflanze. So können schon zehn ausgesaugte Blüten oder der Verzehr der süß schmeckenden Wurzel zum Tode führen. Die ersten Symptome treten bereits nach 15 bis 60 Minuten ein. Sie äußern sich in Durchfall, starkem Erbrechen, Erregung, Bewegungsstörungen, Krämpfen und im Extremfall durch Atemlähmung, die dann zum Tod führt. Es muss schnellstens Hilfe geleistet werden. Sofortiges Erbrechen (falls nicht schon erfolgt), die Gabe von Aktivkohle und eines Abführmittels sind erforderlich. Dies kann natürlich nur durch einen Arzt erfolgen. Er entscheidet auch, ob eine stationäre Aufnahme notwendig ist. Für den Goldregen fanden sich früher die unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten, so diente er während des 1. Weltkrieges als Tabakersatz (Cytisin ist auch heute noch im bulgarischen Raucherentwöhnungsmittel Tabex enthalten). Weiterhin fand er therapeutisch Anwendung bei Asthma und Nervenschmerzen. In der Volksheilkunde galt er als Brech- und Abführmittel. Heute wird die Pflanze hauptsächlich in der Homöopathie bei nervös-depressiven Zuständen, Magen-Darm-Erkrankungen, Schwindel und Hirnhautentzündung angewandt.

