Ketonkörper im Blut
Zum Auftreten von Ketonkörpern im Blut kommt es durch einen Mangel an Insulin. Das kann bedingt sein durch einen absoluten Mangel (z.B. durch Fehlfunktion des Insulinpens oder verstopften Katheter einer Insulinpumpe) oder einen relativen Mangel. Ein relativer Mangel an Insulin tritt vor allem bei akuten Infektionen mit Fieber auf. Der dabei auftretende erhöhte Insulinbedarf wird von der üblichen Insulindosis nicht mehr abgedeckt - ein Insulinmangel ist die Folge. Da Insulin direkt die Speicherung von Fetten in den Fettzellen beeinflusst - es sorgt für die Einlagerung von Fetten - wird vom Körper vermehrt Fett abgebaut. Dieses wird jedoch nicht vollständig verbrannt, stattdessen entstehen verschiedene Ketonkörper (ß-Hydroxybutyrat, Aceto-Acetat und Aceton). Während Aceton über die Lunge abgeatmet werden kann, verbleiben die beiden anderen Bestandteile im Blut. Sie sind starke organische Säuren und können somit den Säuregrad des Blutes verändern, wenn zu große Mengen davon gebildet werden. Der pH-Wert sinkt - es kommt zu einer Ketoacidose. Dadurch geraten viele andere Stoffwechselvorgänge aus dem Gleichgewicht und die Folge ist schließlich ein ketoacidotisches Koma.
Die ersten Anzeichen für eine Ketoacidose sind:
- ein deutlich erhöhter Blutzuckerspiegel
- Bauchschmerzen
- Übelkeit / Erbrechen
- evtl. Geruch nach “grünen Äpfeln” der Atemluft
(durch Aceton verursacht)
Um einer kritischen Stoffwechsellage zu entgehen sollte bei mehrfach hohen Blutzuckerwerten (spätestens ab 16,8 mmol/l bzw. 300 mg/dl), bei Infektionen oder den oben genannten Symptomen neben dem Blutzucker auch eine Kontrolle der Ketone erfolgen.
Es stehen dazu Urinmessstreifen und neuerdings auch ein Messgerät zur Bestimmung des Ketonspiegels im Blut zur Verfügung. Dabei sollte die Bestimmung mit dem Messgerät vorgezogen werden, da eine Urinprobe immer nur eine Aussage über die Menge an Ketonkörpern liefert, die sich seit dem letzten Gang zur Toilette in der Blase angesammelt haben. Ist der Ketonspiegel im Blut inzwischen wieder gefallen und werden die Urin-Messwerte zur Berechnung der für eine Normalisierung erforderlichen Insulinmenge herangezogen, kann es zu einer Überdosierung von Insulin kommen. Ferner gibt der Urinketon-Test nur einen Hinweis auf Aceto-Acetat. Das in viel größerer Menge gebildete (und damit empfindlichere Warnsignal) ß-Hydroxybutyrat wird vom Teststreifen gar nicht erfasst.
Was sagen nun die Messwerte aus?
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unter 0,6 mmol/l |
Normale Ketonwerte |
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0,6 - 1,5 mmol/l |
Es könnte bereits eine kritische Stoffwechsellage bestehen! |
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über 1,5 mmol/l |
Achtung - Gefahr! |
Bitte beachten!
Die oben genannten Werte sind nur Richtgrößen. Es sollte in jedem Fall zusammen mit dem Arzt ein individueller Grenzwert ermittelt werden, dessen Überschreitung eine zusätzliche Insulingabe erfordert.


