Nicht jeden Tee muss man kochen

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Es gibt die verschiedensten Teedrogen: Blatt- oder Krautdrogen, Wurzel-, Rinden-, Holzdrogen oder Samen. Zusätzlich können auch die Inhaltsstoffe die Art der Zubereitung bestimmen.
Drogen, die ätherische Öle enthalten, dürfen nur mit kochendem Wasser übergossen und auf keinen Fall gekocht werden. Nach dem Überbrühen sollte man den Tee etwa 5 bis 10 Minuten in einem bedeckten Gefäß ziehen lassen und anschließend noch warm durch ein Teesieb abseihen. Früchte, die ätherische Öle enthalten sollten zur besseren Extraktion sollten vorher zerquetscht werden. Aber bitte nicht schon auf Vorrat alles zerstoßen, denn dann "verduften" die ätherischen Öle bei der Lagerung im wahrsten Sinne des Wortes. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Pfefferminz, Melisse, Fenchelfrüchte, Anis, Kümmel, Wacholderbeeren, usw.
Manche Drogen reagieren recht empfindlich auf Hitze. Deshalb sollten auch Bitterstoffdrogen, z.B. Wermut, nur nach dieser Methode zubereitet werden.
Dagegen können und sollen Blüten-, Blatt- und Krautdrogen, die keine ausgesprochenen ätherischen Öldrogen sind, z.B. Flavonoid-, Saponin- oder Gerbstoffdrogen, etwa 5 Minuten auf kleiner Flamme aufgekocht werden. Danach lässt man 10 bis 15 Minuten in einem zugedeckten Gefäß ziehen.
Bei besonders harten Pflanzenteilen, wie Hölzern, Rinden oder Wurzeln, empfiehlt es sich die Droge mit kaltem Wasser anzusetzen und anschließend bis zu 30 Minuten zu kochen (meist reichen aber auch schon 10 Minuten).
Bei schleimhaltigen Arzneipflanzen, z.B. Eibisch oder Isländisch Moos, bereitet man dagegen am besten einen Kaltauszug, da beim Kochen die Schleimstoffe sonst verkleistern würden - der Tee wäre ungenießbar. Man setzt den Tee mit kaltem Wasser an und lässt ihn mehrere Stunden unter gelegentlichem Umrühren stehen. Nach dem Abseihen empfiehlt es sich aber aus hygienischen Gründen, den Tee noch kurz zu erhitzen. Die gleiche Methode wendet man an, wenn unerwünschte Begleitstoffe nicht mit extrahiert werden sollen. Deshalb werden Sennesblätter oder Mistelkraut auch am besten kalt angesetzt.

