Harnsäuremessung

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Harnsäure ist ein Stoffwechselprodukt, das aus dem Purinstoffwechsel des Körpers und zu einem Teil aus purinhaltigen Nahrungsmitteln wie z.B. Fleisch oder Kaffee stammt. Normalerweise herrscht ein Gleichgewicht zwischen Harnsäureaufbau und Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren und zu einem kleinen Teil über den Stuhl. Ist dieses Gleichgewicht gestört und führt es zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut, spricht man von Hyperurikämie. Es handelt sich dabei meist um eine erbliche Stoffwechselstörung. Die Hyperurikämie wird v.a. durch eine falsche Ernährung mit einem hohen Purinanteil oder stärkeren Alkoholkonsum ausgelöst. Aber auch eine Reihe von Medikamenten behindert die Ausscheidung von Harnsäure und kann so zu Problemen führen.
Fragen Sie uns, wir sagen Ihnen gern, ob Ihre Medikamente erhöhte Harnsäurespiegel begünstigen.

Normalwerte des Harnsäurespiegels

  • für Frauen 2,5 ... 5,9 mg/dl
  • für Männer 3,5 ... 7,1 mg/dl
  • Kinder 1,9 ... 5,9 mg/dl

Ein über dem Normwert liegender Harnsäurespiegel ist aber noch nicht gleichbedeutend mit Gicht. Das Risiko an Gicht zu erkranken, steigt allerdings deutlich mit steigendem Harnsäurespiegel. Vom diesem Blickpunkt aus wird daher für beide Geschlechter als Obergrenze 6,5 mg/dl definiert - darüber spricht man von Hyperurikämie.
Medikamentös wird die Hyperurikämie aber erst behandelt, wenn dauerhaft Werte von mindestens 9,0 mg/dl oder Symptome der Gicht vorliegen.

Was sind eigenlich Purine?

Purine sind verschiedene Substanzen mit einer bestimmten chemischen Struktur, dem Purin-Grundgerüst. Diese werden alle zu Harnsäure verstoffwechselt. Mehr Purine in der Nahrung bedeutet immer auch mehr produzierte Harnsäure.

Wie hoch der Puringehalt verschiedener Nahrungsmittel ist, können Sie z.B. auf den Seiten von "MedizInfo" nachlesen.
Purine sind für den Körper wichtige Bausteine der Nukleinsäuren und werden vom Körper auch selbst gebildet. Aber wie bei vielem gilt hier auch: Zu viel ist ungesund! Ein Übermaß an Harnsäure kann von den Nieren nicht mehr komplett ausgeschieden werden und sammelt sich im Körper in Form von Kristallen bevorzugt in den Gelenken oder den Nieren an. Man spricht dann von Gicht. Typisch sind dabei die durch die Ablagerung in den Gelenken hervorgerufene Entzündung und im weiteren Verlauf Verformung der Gelenke oder die sogenannte "Gichtniere".

Um sie vor Gelenk- oder Nierenschäden zu bewahren ist eine möglichst frühzeitige Diagnose und Behandlung notwendig. Dann lässt sich die Gicht mühelos beherrschen. Die Bildung von Nierensteinen beginnt oft schon Jahre bevor sich erste Symptome in den Gelenken bemerkbar machen. überprüfen Sie deshalb regelmäßig Ihren Harnsäurespiegel. Wir empfehlen allen die Vorsorgeuntersuchung schon ab dem 30. Lebensjahr. Ein Tropfen Blut genügt.

Was tun bei hohem Harnsäurespiegel?

Oft ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Die Medikamente sorgen für eine Verbesserung der Harnsäureausscheidung oder hemmen die Neubildung.
Doch auch Sie selbst können einiges zur Minimierung der Risikofaktoren beitragen. Ein Grundpfeiler ist die richtige Ernährung:

  • Viel Obst und Gemüse (mit Ausnahmen) und Vollkornprodukte für die tägliche Ernährung einplanen
  • Milch und Milchprodukte als Eiweißquellen bevorzugen
  • Purine weitgehend meiden
    • max. 100g Fleisch, Wurst, Geflügel oder Fisch pro Tag
    • keine Innereien, Mehresfrüchte, Ölsardinen
    • wenig oder kein Kaffee oder schwarzer Tee
    • Hülsenfrücht und Sojaprodukte meiden
    • andere eiweißreiche Gemüsesorten nur in kleineren Mengen bzw. als Ersatz für Fleisch einplanen
  • Mindestens 2 Liter pro Tag trinken. Mit einer größeren Harnmenge kann auch mehr Harnsäure aus dem Körper gespült werden. Bestens geeignet sind neben Mineralwasser auch verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte oder Früchtetees.
  • Alkohol meiden. Alkohol löst häufig einen Gichtanfall aus.
    Bier ist übrigens auch in seiner alkoholfreien Form nur in Maßen zu genießen, da es aufgrund des hohen Eiweißanteils auch einen hohen Anteil an Purinen aufweist.
  • Möglichst fettarme Ernährung, da die Abbauprodukte der Fette über den gleichen Weg wie die Harnäure in der Niere ausgeschieden werden, die Kapazität aber beschränkt ist.
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Für weitere Informationen zur richtigen Ernährung bei Gicht sprechen Sie uns bitte an.