Apothekers bunte Welt der Rezepte

Abb: Apothekerin nimmt Rezept entgegen

Die Welt der Rezepte kann manchmal auch verwirrend sein. Je nachdem, welches Formular zum Einsatz kommt, ergeben sich unterschiedliche Regelungen zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen oder auch zur Gültigkeitsdauer. Hier finden Sie die wichtigsten Merkmale der verschiedenen Rezepttypen.

1. Rosa Kassenrezept

Medikamente und Hilfsmittel, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden, müssen auf den rosa "Kassenrezeptformularen" (Muster 16) verordnet werden. Diese werden von der Apotheke direkt mit der Krankenkasse abgerechnet. Der Patient muss nur die gesetzliche Zuzahlung und ggf. Mehrkosten leisten. Die rosa Kassenrezepte sind einen Monat gültig.

2. (Blaues) Privatrezept

Privatpatienten erhalten beim Arzt ein blaues Privatrezept, das aber auch schon mal rosa, grün, oder weiß sein kann. Genau genommen reicht irgend ein Stück Papier, das die entsprechenden Angaben nach §2 der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AmVV) enthält. Die Kosten müssen vom Patienten in der Apotheke i.d.R. zunächst komplett selbst gezahlt werden. Das in der Apotheke bedruckte und abgestempelte Rezept wird dann vom Privatpatienten selbst bei der Versicherung abgerechnet.
Privatrezepte können bis 3 Monate ab dem Ausstellungsdatum eingelöst werden.

Aber auch Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen erhalten Privatrezepte für Leistungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Manche Kassen bieten Sonderleistungen, z.B. Reiseimpfungen. Dann können auch gesetzlich Versicherte diese Rezepte direkt mit der Krankenkasse abrechnen und so die Kosten ganz oder anteilig zur erstattet bekommen.

3. Grünes Rezept - Arztempfehlung

Das "Grüne Rezept" ist eigentlich für die Verordnung von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gedacht. Da die Arzneimittel vom Patienten auch ohne Rezept gekauft werden können, gibt es hier keine Beschränkung der Gültigkeitsdauer. Häufig wird das "Grüne Rezept" aber auch als Privatrezept für rezeptpflichtige  Arzneimittel genutzt, das dann nach spätestens 3 Monaten eingelöst werden muss.

4. Gelbes BTM-Rezept

Für die Abgabe von Betäubungsmitteln gelten strenge Regeln. Es existiert dafür ein extra Formular mit 2 Durchschlägen, von denen einer in der Arztpraxis und der zweite in der Apotheke zur Dokumentation verbleibt. Das Original wird als Kassen- oder Privatrezept ganz normal abgerechnet. Wichtig: Betäubungsmittelrezepte haben eine verkürzte Gültigkeitsdauer von nur 7 Tagen.

5. T-Rezept

T-Rezepte sind besondere Formulare für die Verschreibung von Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Thalidomid, Lenalidomid oder Pomalidomid. Hier gelten besondere Anforderungen an die Dokumentation und eine auch hier verkürzte Gültigkeitsdauer von nur 6 Tagen. Abgerechnet wird, je nach Versichertenstatus, als Kassen- oder Privatrezept.