Blütenpollenallergie

Die Tage werden länger, die Sonne scheint wieder wärmer, die ersten Frühblüher zeigen ihre Blüten - keine Frage, es wird wieder Frühling. Doch was von den einen herbeigewünscht wird bedeutet für andere den Beginn der jährlichen Leidenszeit. Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf Blütenpollen. Tränende, verquollene Augen, geschwollene Schleimhäute, laufende Nase und Niesattacken machen für Allergiker Frühling und Sommer zur Qual.

Ursachen

Wie alle Allergien wird auch die Blütenpollenallergie durch ein übereifriges Immunsystem ausgelöst. Die Abwehrzellen reagieren dabei zu sensibel auf Eiweiße von Blütenpollen. Blütenpollen setzen sich auf Schleimhäuten fest und setzen dort Inhaltsstoffe frei. Das ist ein ganz normaler Vorgang, von dem in den meisten Fällen keiner Notiz nimmt.
Bei entsprechend veranlagten Personen können sich jedoch Antikörper gegen die Polleneiweiße bilden. Das kann schon nach einmaligem Kontakt mit den Pollen passieren. Doch nur bei ca. 65% dieser allergisch vorbelasteten Personen kommt es auch zum Heuschnupfen. Das heißt, dass beim nächsten Kontakt sofort die allergische Reaktion mit der Freisetzung von Histamin abläuft. Dies führt dann zu den bekannten Symptomen.

Therapie

  • Vermeidung der Allergene
    Dieser Punkt steht an erster Stelle, auch wenn dies nicht immer ganz einfach ist.
  • Bekämpfung der Symptome
    Hier gibt es verschiedene Antihistaminika, mit denen die unangenehmen Wirkungen des Histamins sehr gut bekämpft werden können. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Heißhunger oder trockene Schleimhäute sind bei modernen Präparaten nur noch selten ein Thema.
    Präparate, die den Wirkstoff Cromoglicinsäure oder Nedocromil enthalten, wirken vorbeugend und müssen entsprechend rechtzeitig vor der Blüte eingenommen werden.
  • Desensibilisierung
    In manchen Fällen kann der Allergologe zu einer De- oder Hyposensibilisierungsbehandlung raten. Dabei werden dem Patienten geringe Mengen des Allergens in langsam steigender Dosierung verabreicht. Diese Behandlung ist besonders zu empfehlen, wenn sehr starke Beschwerden auftreten, wenn die Allergie länger als 3 bis 4 Wochen im Jahr dauert, wenn lebensbedrohliche Folgen zu erwarten sind (Ein relativ harmloser Heuschnupfen kann sich durchaus zum allergischen Asthma entwickeln!) oder die Vermeidung der Pollen nicht möglich ist.
  • unterstützende Therapie
    Zusätzlich können Calcium oder Magnesium oder auch das Spurenelement Zink die Symptome abschwächen. Die Mineralstoffe sorgen für eine höhere Stabilität der Mastzellen, die daher nicht so viel Histamin freisetzen.
    Aber auch die Normalisierung einer gestörten Darmflora kann zu einer Besserung führen. Bei einem Beratungsgesprächfinden wir mit Ihnen heraus, ob eine Analyse der Darmflora bei Ihnen sinnvoll ist. Öffnet internen Link im aktuellen FensterSprechen Sie uns an!

Vorsichtsmaßnahmen

Durch die Beachtung einiger Vorsichtsmaßnahmen kann die Intensität der Symptome gemildert werden. Dabei ist die einfachste Regel zugleich die schwierigste: Geht man den Pollen aus dem Weg, gibt es auch keinen Heuschnupfen.

  • Informieren Sie sich über die aktuelle Pollenflugsituation.
    Pollenflugvorhersagen finden Sie im Internet z.B. auf unseren Öffnet internen Link im aktuellen FensterPollenflugseiten oder bei Öffnet externen Link in neuem Fensterwetteronline.de
    Sie können aber auch jederzeit in unserer Apotheke nachfragen. Während der Pollenflugsaison halten wir immer einen aktuellen "Flugplan" für Markranstädt und Umgebung für Sie bereit.
  • In Räumen ist die Pollenkonzentration erheblich niedriger als im Freien. Halten Sie sich deshalb in der Zeit, in der "Ihre" Pollen fliegen möglichst wenig im Freien auf und vermeiden Sie dort vor allem alle anstrengenden Tätigkeiten, dazu zählt auch Sport, denn durch die stärkere Atmung gelangen zwangsläufig mehr Pollen in die Atemwege.
  • Beim Autofahren bläst einem die Lüftung oder der Fahrtwind die Pollen direkt ins Gesicht. Lassen Sie daher beim Autofahren die Fenster geschlossen und schalten Sie die Lüftung aus. Immer mehr Autos werden auch mit Pollenfiltern angeboten - nicht nur für Allergiker eine lohnende Investition.
  • Die Pollenkonzentration in der Luft ändert sich mit der Tageszeit. Auf dem Land sind morgens die Pollenkonzentrationen besonders hoch und in den Städten gegen Abend. Lüften Sie daher in ländlichen Gebieten abends zwischen 19.00 und 24.00 und in der Stadt früh zwischen 6.00 und 8.00 und halten Sie tagsüber die Fenster geschlossen.
  • Waschen Sie sich die Haare, bevor Sie zu Bett gehen und legen Sie die Straßenkleidung schon vor dem Schlafzimmer ab. So haben Sie im Schlafzimmer eine viel geringere Pollenbelastung und dadurch eine erholsamere Nacht.
  • Achten Sie beim Kauf eines neuen Staubsaugers auf einen Feinstaubfilter, damit der Staubsauger nicht unnötig viele Pollen aufwirbelt. Der Betroffene sollte aber trotzdem nicht selbst saugen und sich dabei auch nicht im Zimmer aufhalten.
  • Tragen Sie im Freien eine (Sonnen)Brille. So werden die Pollen zumindest ein wenig von den Augen ferngehalten.
  • Legen Sie den Urlaub möglichst in die Zeit, in der zu Hause die meisten Pollen fliegen und fahren Sie in allergenarme Gebiet, z.B. ans Meer oder ins Gebirge
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