Der Ginkgo-Baum

Namensgebung der Ginkgo-Apotheke

Ab 1997 war die Ginkgo-Apotheke nicht mehr allein in Markranstädt. Bis dahin hieß sie einfach nur „Apotheke Markranstädt”. Ein neuer Name musste her. Historisch war hier leider nichts zu machen, und wie bei Apotheken so üblich sollte dabei auch noch ein gewisser Bezug zur Gesundheit bestehen. Es bot sich daher an, den im ehemaligen Garten der Apotheke (jetzt Parkplatz) stehenden Ginkgo-Baum als Namensgeber zu verwenden.

Ginkgo-Baum - Ginkgo biloba L.

Merkmale

  • bis 40m hoher zweihäusiger Baum
  • Früchte ähnlich wie Mirabellen oder kleine Aprikosen, die schnell ranzig-faulig riechen
  • typische fächerförmige Blätter ohne Mittelrippe oder Queradern

Heimat

  • Ostasien
  • starb in Europa während der Eiszeit aus
  • seit dem 18. Jh. wieder in Europ

Weitere Namen

Auf die charakteristisch geformten Blätter beziehen sich die Namen Elefantenohrbaum, Entenfußbaum oder Fächerblattbaum. Die Bezeichnung als (Chinesischer) Tempelbaum deutet auf die häufige Anpflanzung in buddhistischen Tempelanlagen hin, und Beseeltes Ei, Mandelfrucht, Weißnuss, Nuss-Aprikose und Silberaprikose haben die Frucht zum Namensgeber gemacht.

Der Bezeichnung als Silberaprikose verdankt der Ginkgobaum schließlich seinen deutschen Namen. Er leitet sich vom chinesischen Yínxìng (银杏) her, das japanisch Ginkyō ausgesprochen wird. Die Schriftzeichen "gin = Silber" und "kyo = Aprikose" deuten auf die silbrig schimmernden Samen hin. Der Weg vom Ginkyō zum Ginkgo ist nicht weit. Dem deutschen Arzt und Japanforscher Engelbert Kaempfer unterlief auf seiner zweijährigen Japanreise (1690/91) ein Schreibfehler, 杏 wurde zu "kgo" statt "kjo" und der Ginkgo-Baum erhielt einen Namen, der immer wieder für Rechtschreibprobleme sorgt.

Ginkgo-Bäume in Markranstädt

Gingo Biloba

Abb. des Gedichts "Gingo biloba" in Goethes Handschrift

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

15.09.1815
J. W. v. Goethe

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